Erben steuerfrei bedenken: So schenken Sie richtig

Steuern sparen

Bei der Übergabe von Vermögen an die nächste Generation kann viel Geld gespart werden. Mit diesen fünf Tipps können gerade Eltern und Großeltern bei frühzeitiger Planung für den Erhalt von Familienwerten sorgen.

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n Deutschland werden jedes Jahre enorme Vermögenswerte weitergegeben. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) schätzt, dass jährlich 250 bis 400 Milliarden Euro vererbt oder verschenkt werden. Das Bundesamt für Statistik Destatis weist aber nur eine Summe von rund 39 Milliarden für das Jahr 2019 aus, die versteuert wurde. Wie ist das möglich? Mit diesen fünf Tipps bleibt auch Ihr Vermögensübergang möglichst steuerfrei:

1. Freibeträge nutzen

“Für Schenkungen und Erbschaften gibt es gerade in der engeren Verwandtschaft hohe Freibeträge”, erklärt Carmen Bandt, zertifizierte Finanzplanerin und Geschäftsführende Gesellschafterin bei der Kidron Vermögensverwaltung aus Stuttgart. Ein nichtverwandter Bekannter hat zwar nur einen Freibetrag von 20.000 Euro, ein eigenes Kind dagegen 400.000 Euro. “Gerade bei größeren Werten macht es Sinn, Vermögen nicht nur zu vererben, sondern schon vorher zu übertragen”, rät die Expertin, “denn diese Freibeträge können alle zehn Jahre neu genutzt werden.”

2. Gelegenheitsgeschenke machen

Das übliche Präsent zu Weihnachten oder zur Hochzeit wird übrigens nicht mit den Freibeträgen verrechnet. Durch solche Gelegenheitsgeschenke können mit der Zeit durchaus ordentliche Beträge zusätzlich übergeben werden. Denn welche Höhe “üblich” ist, ist gesetzlich nicht genau festgelegt und hängt auch von den individuellen Umständen ab – im Zweifel den Steuerberater fragen.

3. Nießbrauch nutzen, nicht nur für das Eigenheim

Die Möglichkeit, Immobilien frühzeitig an die Erbengeneration per Nießbrauch zu übergeben, kennen relativ viele. Dabei kann zum Beispiel ein lebenslanges Nutzungsrecht festgelegt werden, aber ein Haus oder eine Eigentumswohnung gehört rechtlich schon den Erben. “Was viele nicht wissen, diese Möglichkeit gibt es auch für Vermögenswerte wie Aktien und Fonds”, informiert Stefan Brähler, Geschäftsführer der Confidema GmbH aus Friedrichsdorf im Taunus. “Der Schenkende behält sich dann zum Beispiel die Nutzung der Erträge vor und dieses Recht reduziert zusätzlich den vom Finanzamt herangezogenen Wert des übertragenen Vermögens.” So können in enger Zusammenarbeit mit dem Steuerberater auch größere Summen günstig an die nächste Generation übertragen werden. Tritt der Erbfall dann erst in zehn oder mehr Jahren ein, steht der Freibetrag neu zur Verfügung.

4. Abgeltungssteuer vermeiden durch Investmentpolicen

Wer vorausschauend handelt, kann seinen Erben sogar die Abgeltungssteuer ersparen: “Bei Vermögen, das sich in einer Versicherungsstruktur ansammelt, werden die Erträge erst im Nachgang besteuert”, erklärt Brähler. Das heißt von Zinsen, Dividenden und Co. wird nichts abgezogen, sie können sich ohne Steuerabzüge vermehren. Und es gibt eine Besonderheit: Bei einer Auszahlung im Todesfall entfällt die Abgeltungssteuer. “Wer hier vorausschauend handelt, kann das auch mit dem oben genannten Nießbrauch besonders vorteilhaft kombinieren und zusätzliche Steuereffekte erzielen”, erklärt Stefan Brähler.

5. Beratung nutzen und Nachlass regeln

“Gibt es keine Bestimmungen wie mit Familienvermögen im Erbfall umgegangen wird, führt das in sehr vielen Fällen zu Streit”, weiß Carmen Bandt. Sie kennt aber auch Fälle, in denen Besitz zu früh übergeben wurde und dann der Schenkende zum Bittsteller wurde. “Um solche Konstellationen zu vermeiden, macht es Sinn, die eigene Finanzsituation gründlich zu analysieren und den Vermögensübergang strategisch anzugehen”, rät die Finanzplanerin. Fachlich kompetente Beratung rechtzeitig zu nutzen, kann dazu beitragen, Vermögenswerte und Familienfrieden für nachfolgende Generationen zu erhalten.

Interview

“Aus kleineren Geschenken große Vermögen machen”

Wer in jungen Jahren Vermögen übertragen bekommt, kann die Zeit für sich spielen lassen. Dafür sollte frühzeitig ein Verständnis für die Bedeutung des Themas Geldanlage geweckt werden, erklärt Carmen Bandt, zertifizierte Finanzplanerin und Geschäftsführende Gesellschafterin bei der Kidron Vermögensverwaltung aus Stuttgart.

Wie wichtig ist es, die jüngere Generation an das Thema Geldanlagen heranzuführen?

Carmen Bandt: Hier ein Verständnis zu wecken lohnt sich – je früher desto mehr. Denn geschenktes Geld nicht gleich für ein tolles Auto auf den Kopf zu hauen, kann langfristig das Leben enorm erleichtern. Es gilt zu begreifen, welchen Effekt es haben kann, einen solchen Betrag über 20, 30 vielleicht sogar 40 Jahre anzulegen. Eine kluge Entscheidung in so jungen Jahren kann dann aus kleineren geschenkten Vermögen über die Zeit große eigene Familienwerte machen, die wieder an die nächste Generation gehen können.

Kann so eine Erkenntnis irgendwie aktiv unterstützt werden?

In der Regel ist es sehr heilsam – gerade für Kinder aus besseren Verhältnissen – eine Zeit im Leben auch mal den Mangel kennenzulernen. Etwa im Studium nur von ein paar hundert Euro im Monat leben und sich zusätzlichen Luxus selbst verdienen zu müssen. Das rückt die Verhältnisse oft gerade und gibt eine Vorstellung, warum es wichtig ist, etwa ausreichend für das Rentenalter vorzusorgen.

Wenn Kinder noch nicht so weit sind, wie lässt sich eine vernünftige Verwendung sicherstellen?

Es gibt hier eine Reihe von Möglichkeiten, mit der richtigen fachlichen Beratung wasserdichte Lösungen für übertragenes Vermögen zu finden. Etwa Versicherungskonstruktionen, bei denen eine Entnahme von Kapital und Entscheidungen zur Geldanlage nur gemeinsam vorgenommen werden können.

Warum sollte Geld heute unbedingt angelegt werden?

Wer Vermögen erhalten will, muss die Inflation einkalkulieren. Selbst eine relativ normale Geldentwertung im Bereich von zwei Prozent jährlich kann sonst über Jahrzehnte Werte vernichten. Zum Beispiel würde die Kaufkraft von Erspartem in 30 Jahren bei dieser Rate ohne Erträge fast halbiert. Um das zu verhindern, sollte Kapital zumindest so angelegt werden, dass dieser Effekt ausgeglichen wird.

Welche Anlagegrundsätze sollten dabei beachtet werden?

Damit Vermögen vor der Inflation geschützt werden kann, sollte der Ertrag nach Abzug der Kosten und Steuern höher sein. Dazu führt im heutigen Umfeld eigentlich kein Weg an einer Beimischung von Aktien solider Unternehmen vorbei. Natürlich gibt es hier Risiken und es sollte ein ausreichender Anlagehorizont eingeplant werden, um Kursschwankungen aussitzen zu können. Ein ausgewogener Anlagemix beinhaltet zudem Werte verschiedener Branchen, Regionen, Währungsräume und verteilt sich auf mehrere Anlageklassen wie etwa auch Immobilien. Durch so eine konsequente Diversifikation werden Einzelrisiken verteilt und eine gute Basis geschaffen, um Vermögenswerte für die Zukunft zu erhalten.

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Quelle: Deutsche Handwerkszeitung, Link

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